Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat erklärt, dass die Vereinigten Staaten sich entschieden über ein feindliches regulatorisches Klima für die Krypto-Branche hinaus bewegt haben und nicht zu früheren Feindseligkeiten zurückkehren werden, selbst wenn es Veränderungen in der politischen Führung gibt. Er verweist auf die signifikante Präsenz digitaler Vermögenswerte in den USA und die laufenden legislativen Bemühungen, eine formalere regulatorische Struktur zu schaffen, als Gründe für seinen Optimismus.

Garlinghouse hat die Hürden kritisiert, mit denen Krypto-Unternehmen konfrontiert sind, die versuchen, auf die Masterkonten der Federal Reserve zuzugreifen, und er fordert eine konsistente Anwendung der Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Identifizierung von Kunden sowohl im traditionellen Finanzwesen als auch im Krypto-Sektor. Er betont, dass die Ära regulatorischer Unsicherheit und aggressiver Durchsetzungsmaßnahmen – wie sie unter dem SEC-Vorsitzenden Gary Gensler zu beobachten waren – zu Ende gegangen ist.

Ein wesentlicher Wendepunkt war die Beilegung des langanhaltenden Rechtsstreits zwischen der SEC und Ripple bezüglich XRP. Im August 2025 einigten sich beide Parteien darauf, ihre Berufungen zurückzuziehen, was einen definitiven Rechtsstatus für XRP begründete: Seine Verkäufe an Einzelanleger wurden nicht als Wertpapiere betrachtet, während einige institutionelle Verkäufe es waren. Diese rechtliche Klarheit hat ein wichtiges Hindernis für die Kryptowährung beseitigt und dazu beigetragen, ihren Wert und das Vertrauen der Investoren zu steigern.

Ripple hat auch seine Einstellungsstrategie als Reaktion auf die verbesserte regulatorische Perspektive angepasst. Nach Jahren, in denen das Unternehmen sich auf internationales Wachstum aufgrund der Unklarheiten in den USA konzentrierte, hat es nun etwa drei Viertel seiner offenen Stellen in den Vereinigten Staaten fokussiert – ein Zeichen seines erneuten Engagements für seinen Heimatmarkt.

Rechts-Experten im Bereich digitaler Vermögenswerte haben Garlinghouses Ansichten unterstützt und auf einen dramatischen Wechsel von „Regulierung durch Durchsetzung“ zu einem konstruktiveren, akzeptanzorientierten Ansatz hingewiesen. Der Chief Legal Officer von Ripple hat zudem die Notwendigkeit koordinierter regulatorischer Rahmenbedingungen hervorgehoben und vor fragmentierten oder übermäßig restriktiven Vorschlägen gewarnt, insbesondere solchen, die Innovationen im Bereich der Dezentralen Finanzen (DeFi) behindern und Entwicklungen ins Ausland drängen könnten.

Breitere politische Veränderungen haben zu diesem Wandel beigetragen. Unter der Trump-Administration hat sich die US-Politik klar von strenger Durchsetzung hin zu Innovationsförderung gewendet und Gruppen speziell für die Politik zu digitalen Vermögenswerten eingerichtet sowie eine zentrale digitale Währung der US-Notenbank ausgeschlossen. Ziel ist es, Regeln zu klären, Compliance-Belastungen zu reduzieren und eine größere Teilnahme an der digitalen Vermögenswirtschaft zu fördern.

Trotz einiger laufender Debatten im Kongress gibt es einen wachsenden Konsens, dass Kryptowährungen hier bleiben und dass das Land auf eine stabile und unterstützende regulatorische Umgebung zusteuert. Sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat arbeiten an umfassenden Gesetzen, um den Markt zu steuern, und die Diskussion über die regulatorische Zuständigkeit – ob durch die SEC oder die Commodity Futures Trading Commission – bleibt zentral für die Gestaltung der Zukunft von Krypto in den Vereinigten Staaten.